KOALA

Kinder mit Zwängen spielerisch unterstützen

Konfrontationsübungen helfen, Zwänge zu überwinden.© Universitätsklinikum Tübingen

Motivation

Kinder, die unter Zwangsstörungen leiden, sind im Alltag mitunter erheblich eingeschränkt. Konfrontationsübungen im direkten Lebensumfeld können ihnen dabei helfen, ihre Zwänge zu überwinden. Maximal und dauerhaft wirksam sind Therapien mit möglichst individuellen Übungsinhalten.

Ziele und Vorgehen

Das Forschungsteam des Projekts KOALA prüft daher die Machbarkeit einer technologiegestützten Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen. Die Technologie soll die jungen Menschen therapeutisch in ihren spezifischen Lebenswelten erreichen, sie in ihren alltäglichen Routinen unterstützen und so die psychotherapeutische Behandlung von Zwangsstörungen optimal ergänzen. Die Kinder nutzen die Technologie zunächst während und dann im Anschluss an psychotherapeutische Sitzungen. Im Rahmen von Konfrontationsübungen erfasst ein tragbares Sensorsystem objektive Daten zum Ausmaß der Anspannung der Kinder. Diese Informationen nutzt die Technologie zur Individualisierung der Behandlung. Das Vorgehen erhöht zudem die Selbstwirksamkeit und befähigt die Kinder, selbstständig Symptome zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Ein Koala-Tierroboter und ein Abenteuerspiel sollen als Gamification-Elemente die Motivation zur Mitarbeit verbessern.

Innovationen und Perspektiven

Nach Bestätigung der Machbarkeit wollen die Forschenden die Technologie im nächsten Schritt weiter optimieren, damit sie perspektivisch in der Regelversorgung eingesetzt werden kann. Dort hat sie das Potenzial, bedeutsam zur Verbesserung der Versorgung von Kindern mit Zwangsstörungen beizutragen.